Musiker aus den Partnerstädten gestalten mit Orchester Korbach/Lelbach "Dreiklang" in der Stadthalle

Das Sinfonische Blasorchester Korbach/Lelbach glänzte mit stark besetzten Streicherpulten.

Korbach. Ob Beethoven, Telemann oder Dvorák, mit vereinten musikalischen Kräften klingt vieles besser. Dieser Eindruck stellte sich beim "Dreiklang" in der Korbacher Stadthalle geradezu zwangsläufig ein, etliche Kompositionen, die in den letzten Jahren schon mal in Korbach im Programm gestanden hatten, klangen mit dem Partnerstädte-Ensemble einfach großartig. Dabei hatten die Musiker aus Pyrzyce, Vysoké Mýto und Korbach gerade mal zwei Tage Zeit, sich aufeinander einzustimmen.

Doch bei der gemeinsamen Sprache Musik gibt es keine Kommunikationsprobleme. Ein Umstand, auf den die drei Bürgermeister Marek Olek (Pyrzyce), Miloslaw Sousek (Vysoké Mýto) und Klaus Friedrich in ihren Ansprachen verwiesen.

Dieser "Dreiklang" mit Musikern aus den Partnerstädten Pyrzyce und Vysoké Mýto und Korbach in der Stadthalle kam beim Publikum sehr gut an. Die erste Zugabe gab es schon vor der Pause. David Lukas hob denn erneut seinen Taktstock zu Antonín Dvoráks temperamentvollem Slawischen Tanz Nummer 8. Der Irrwisch am Pult gab nicht nur den Takt an, sondern führte selbst ein eindrucksvolles Tänzchen auf dem Dirigentenpodest auf. "Drei Länder, drei Dirigenten, drei Temperamente", so Moderator Thomas Korte, der ebenso unterhaltsam wie sachkundig durch das Programm und 300 Jahre Musikgeschichte führte.

Mit knapper Gestik und kurzen Taktstocksignalen leitete Rainer Horn Beethovens Egmont-Ouvertüre in einer Fassung mit verstärktem Schlagwerk ein, die im 80-köpfigen Klangkörper eine bislang nicht gehörte Dynamik gewann. Auch dank der durchgängig stark besetzten Streicherpulte. Mit samtweichem Streicherklang auf höchstem Niveau überzeugte das Drei-Länder-Ensemble auch bei Georg Philipp Telemanns "Polnischem Konzert".

Geigenduo aus Pyrzyce mit Kalivodas Allegro.

Auch bei den kleinen Ensemles ging es interkulturell zu, so spielte das Geigenduo Pyrzcyce das ganz im Geist der Klassik komponierte Allegro des mährischen Komponisten Jan Vaclav (Wenzel) Kalivoda. Das Klarinettenquartett aus Vysoké Mýto mit Schlagzeugverstärkung begeisterte das Publikum in der Korbacher Stadthalle mit einer herrlich swingenden Version "Lisa" von George Gershwin und einem Mittelteil im Musette-Stil.

Mit Hollywoodglamour und Orchesterhochglanz klang die erste Hälfte aus. Zugleich gab David Lukas mit seinem Arrangement für John Williams "Star Wars" gewissermaßen schon einen Vorgeschmack auf den zweiten, ebenfalls gelungenen Teil des Konzerts, den das Sinfonische Blasorchester Korbach/Lelbach gestaltete, denn Sinfonische Blasmusik wie Frank Tichelis "Shenandoah" bedient sich der gleichen Stilmittel wie die Filmmusik. (ahi) (Fotos: Hennig)

Quelle: WLZ vom 3. April 2012


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