Junge und ältere Musiker aus Korbach und Avranches spielen gemeinsam vor vollem Haus

Freundschaftskonzert am Europa-Tag

Von Theresa Demski
KORBACH. "Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium": Gleich zu Beginn des großen Freundschaftskonzertes der Orchester aus Korbach und Avranches ließen die jungen Musiker keinen Zweifel an ihrem europäischen Zusammengehörigkeitsgefühl aufkommen. Fast drei Stunden lang unterhielten sie ihr Publikum am Freitagabend in der Stadthalle.

Die jungen Musiker rieben sich die feuchten Hände, schraubten an ihren Instrumenten und blickten aufgeregt in das große Publikum, das am Freitagabend zum deutsch-französischen Freundschaftskonzert in die Stadthalle gekommen war. Zum ersten Mal traten die Sechs- bis Zwölfjährigen der Bläserklassen der Musikschule Korbach und der Grundschule Goddelsheim und die Instrumentalgruppe der Alten Landesschule gemeinsam auf, dementsprechend groß war die Nervosität unter den über 50 Kindern.

Als Dirigent Michael Kuhaupt dann sein Pult betrat, die kleinen Leute respektvoll aufstanden, wuchs auch die Aufregung unter den vielen Eltern, die die Premiere ihrer Kinder gespannt verfolgten. Erst seit einem dreiviertel Jahr spielen die Kinder in der Formation, zum Auftakt des Konzertes gaben sie ein eindrucksvolles Bild ab. Stimmte auch nicht jeder Ton und jeder Einsatz, zählten die kleinen Leute doch konzentriert mit, verpassten keine Pause und begeisterten ihr Publikum mit Beethovens Neunter, dem klassischen Stück für junge musikalische Einsteiger. Etwas flotter ging es mit Michael Sweeneys "Let's rock" anschließsnd weiter. Zum Ende riefen die Kinder den Titel des Stücks gut gelaunt in den großen Saal. Als der letzte Ton des "Latin Magics" verklungen war, vernahmen die Zuhörer aus den hinteren Reihen des Orchesters ein erleichtertes "Geschafft" : Die große Premiere war gelungen, der Applaus wollte nicht enden.

Auch der Nachwuchs der " A.C.A.D.E.M.I.E" aus Avranches überzeugte anschließend unter der Leitung von Christel Lusley. Die jungen Bläser demonstrierten einmal mehr, daß Musik eine Weltsprache ist, begeisterten das Publikum mit flotten Stücken von "Power Rock" bis "Fascination drums". Bei der zweiten französischen Nachwuchsformation hatten sich dann auch zwei junge Streicherinnen in das Orchester gemischt. überwiegend Stücke französischer Komponisten wurden jetzt gespielt, zum Abschluss präsentierten die jungen Musiker den "Kleinen Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saens. Humorvoll ließsn sie die Tiere miteinander sprechen, neckten sich, ließsn auf flotte Tonleitermelodien des Klaviers spitze, hohe Töne der Blasinstrumente folgen.

Nach der Pause sollten die Kinder dann einen Einblick in die Orchesterarbeit der Erwachsenen bekommen. "Das kann mal aus euch werden", schmunzelte Thomas Korte von der Orchestergemeinschaft Korbach/Lelbach und öffnete das letzte Kapitel des Freundschaftskonzertes. Unter der bewährten Leitung von Rainer Horn entführten die Musiker ihr Publikum in die Welt des amerikanischen Musicals, präsentierten Bernsteins "Somewhere" aus Westside Story ebenso sicher und sauber wie Abbas "Anthem" aus dem Musical Chess, bevor die Zuhörer den "Fluch der Karibik" miterlebten. Fehlerlose Oboen-Soli präsentierte das Orchester ebenso wie mitreißende Crescendi mit einem raumfüllenden Volumen.

Zum großen Finale spielten dann französische und deutsche Musiker gemeinsam das Europalied, das Prelude vom "Te Deum" von M. A. Charpentier. So endete das eindrucksvolle Konzert mit dem bewegenden Beweis einer echten europäischen Partnerschaft.

Quelle: WLZ vom 13. Mai 2008


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